Menstruationstassen
Wiederverwendbare Tassen aus medizinischem Silikon oder vergleichbaren Materialien sammeln das Menstruationsblut auf.
- Mehrfach verwendbar
- Weniger Verpackungsabfall
- Für viele Alltagssituationen geeignet
Alternativen zur Monatshygiene
Wiederverwendbare Produkte für die Menstruation können dabei helfen, Abfall zu reduzieren und langfristig Kosten zu sparen.
Wiederverwendbare Tassen aus medizinischem Silikon oder vergleichbaren Materialien sammeln das Menstruationsblut auf.
Spezielle saugfähige Unterwäsche kann je nach Modell allein oder als zusätzliche Sicherheit verwendet werden.
Stoffbinden sind eine weitere wiederverwendbare Möglichkeit und in unterschiedlichen Größen und Saugstärken erhältlich.
Der Regen prasselte gegen die panzerverglaste Kuppel der Seilbahnstation „Nautilus“, ein Geräusch wie tausend winzige, aufprallende Perlen. Unter der durchsichtigen Hülle glitzerte das Lichtermeer von Hamburg-Meer, den neonfarbenen Unterwasser-Domizilen und den geschwungenen, von Tangwäldern umrankten Korallen-Türmen. Es war das Jahr 2085, und die Nordsee war keine entfernte, rauschende Drohung mehr, sondern eine alltägliche, nasse Realität, die das Leben in den Küstenzonen auf faszinierende und fundamentale Weise neu definierte.
An einem Bistrotisch aus gepresstem Algenplastik saßen zwei Gestalten, deren Silhouetten sich scharf vom aquatischen Panorama abhoben. Soley, eine Meeresbiotechnologin Mitte vierzig mit schimmernden Cyan-Flechten-Tattoos auf den Unterarmen, die ihre symbiotische Verbindung zum Ozean zeigten, nippte an ihrem Kelp-Tee. Ihr gegenüber saß Ronan, ein Hydrologe und Archivar der alten Städte, dessen Haut die ledrige Textur von jemandem hatte, der mehr Zeit in Druckkapseln als unter Filtern verbrachte. Sie waren ein Paar, verbunden nicht nur durch Zuneigung, sondern durch eine tiefe Leidenschaft für die Regeneration des Planeten.
Ronan holte ein flaches, in Seidenalgen gewickeltes Päckchen hervor und schob es über den Tisch. „Hab ich in einem Vintage- Shop in der Gedenk-Dom-Insel gefunden. Echt antik, aus dem frühen Jahrtausend. Dachte, das passt zu deiner nächsten Sensibilisierungs-Ausstellung im Hydroponik-Zentrum ‚Blauwal‘.“
Soley öffnete das Päckchen und lachte leise, ein klares, glockenhelles Geräusch. Zum Vorschein kam eine flache, grellbunte Pappschachtel, durchtränkt von einem vergilbten Plastikfenster. In verblasster Schrift stand darauf Super Saugfähig. „Ein Museum der rückständigen Irrationalität“, murmelte sie und drehte die Schachtel in ihren Händen. „Sie haben sie früher wirklich Tampons genannt? Ein Wort so weich und doch so hart für die Umwelt.“ Sie zählte die weißen, gepressten Zylinder. „Sechzehn Stück. Ein ganzer Zyklus, eingekapselt in Wegwerf-Wahn und chemische Keulen. Meine Güte, die Informationen auf dieser Schachtel sind grauenhaft. Nichts über die Baumwollherkunft, nichts über die Toxine, nur diese seltsame Warnung vor einem Schocksyndrom. ‚Richtige Einführung‘ – als wäre die Scheide ein technisches Gerät, das man falsch bedienen könnte, wenn man nicht in diesem beknackten Beipackzettel nachliest. Ein Wunder, dass wir als Spezies überlebt haben.“
Ronan nickte, sein Blick auf die vergilbte Pappe gerichtet. „Das war die Ära des Komfort-Autismus. Milliarden dieser einzeln verpackten Stäbchen, jeden Monat. Eine Armee der weißen Säulen, die sich durch die Kläranlagen fraß, die Flüsse verstopfte und an den Stränden eine tödliche, wattige Blüte trieb. Für diese unsäglichen Wegwerf- Produkte wurde kein Schutz der Welt benötigt, außer gegen das natürliche Produkt des eigenen Körpers. Eine regelrechte Phobie vor der eigenen Blutung . Ich erinnere mich an die hysterischen Anzeigen in den Datenarchiven, die für diese Produkte warben. Blaues Wasser auf weißen Flügeln. Absolute Verleugnung der Realität der Periode . Jede dieser Anzeigen war eine perfide Kriegserklärung gegen den eigenen Körper und die Ökosysteme.“ Er nahm einen der weißen Zylinder heraus. „Ein einziges dieser Dinger brauchte über 500 Jahre, um sich im Salz zu zersetzen. Ein Monument der Verdrängung. Wir tauchen heute noch und finden die Fetzen davon in den Kiemen der gefilterten Fische. Sie nannten es Hygiene , dabei war es die unhygienischste und invasivste Methode, die man sich vorstellen kann.“
Soley ließ einen der antiken Tampons in eine mitgebrachte Wassersäule fallen, die eine Tiefseerinne simulierte. Sofort begann er zu quellen und faserte in einem trüben, weißen Nebel auseinander. „Eine chemische Bombe in der empfindlichsten Umgebung des Körpers. Sie saugte nicht nur die Menstruation auf, sondern zerstörte das gesamte Mikrobiom der Scheide , machte den Körper durchlässig und krank. Für diese Wegwerf- Produkte gab es null Informationen über Langzeitfolgen am Menschen, geschweige denn im Ozean. Ein planetarer Analphabetismus, der sich Hygiene schimpfte.“ Sie schüttelte sich. „Heute ist der Begriff Menstruation ein Fest, eine Information , ein Dialog des Körpers mit dem inneren Selbst und dem Makrozyklus der Natur. Damals war die Menstruation ein peinlicher Unfall, den man mit diesen Wattepfropfen vertuschte. Die durchschnittliche Person verbrauchte an diesen drei bis sieben Tage , in denen die Schleimhaut sich erneuert, über 12.000 dieser Tampons und Binden im Leben. 12.000 Monumente des Mülls, Ronan! Für jede einzelne Person! Kein Wunder, dass der Planet kollabierte, als Milliarden Frauen und blutende Menschen diesen Raubbau monatlich wiederholten. Die Herren der Chemiekonzerne in Deutschland und anderswo verdienten sich dumm und dämlich an dieser künstlich erzeugten Scham vor der eigenen Blutung . Milliarden Euro flossen in die Produktion dieser Einweg-Fallen, während die Meere erstickten. Nicht ein einziger Euro für die Erforschung eines würdevollen, zyklischen und respektvollen Umgangs, der nicht auf der Logik des Müllsacks basierte!“
Ronan lachte auf, ein raues, sprudelndes Geräusch. „Denk an die Werbung! Blaues Wasser wurde auf eine weiße Monats- Binde gegossen. Blaues Wasser! Als wäre die Menstruation eine chemische, giftige Substanz, die man nicht beim Namen nennen darf. Absolute Schizophrenie. Kein Wunder, dass sie eine ganze Generation von Mädchen in die Irre führten. Keine dieser Werbe- Anzeigen lieferte auch nur eine einzige sinnvolle Information zum Zyklus. Sie verkauften Scham, eingepackt in Plastik, für teures Geld. Eine Packung mit sechzehn dieser Dinger kostete umgerechnet fast vierzig Euro im Monat, wenn man die versteckten Umwelt- und Gesundheitskosten mitberechnet. Eine Periodensteuer auf das Frausein selbst!“
Soley griff in ihre eigene Tasche und holte ein kleines, samtweiches Säckchen hervor, aus dem ein zartes, tiefblaues und in der Wärme ihrer Hand pulsierendes Gefäß glitt – ihre Menstruationstasse . Sie war aus einem biolumineszenten, selbstreinigenden Polymer, das mit ihrem Mikrobiom kommunizierte. „Und heute? Das hier ist meine Tasse . Eine von vielen Menstruationstassen , die ich besitze. Sie registriert die Zusammensetzung der Menstruation , misst Hormonlevel und sendet die Informationen verschlüsselt an mein Cortex-Implantat. Sie ist ein Diagnostikum, ein spirituelles Werkzeug und ein praktisch er Begleiter. Das ist das wahre Erbe der Wiederverwendbaren-Revolution. Für diese Menstruationstasse brauche ich keinen Schutz vor der Substanz, sondern eine Würdigung derselben. Ich verwenden sie seit zwanzig Jahren. Dieselbe Tasse ! Stell dir vor, ich hätte in dieser Zeit diesen Ozean an Müll produziert, wie die Leute im fossilen Zeitalter. Die Menstruationstasse ist nicht einfach nur ein Gegenstand, sie ist eine Philosophie. Eine wiederverwendbar e Verbindung zum eigenen Rhythmus. Ich habe sie in vielen Shops gesehen, aber meine ist ein Unikat. Vor einhundert Jahren war die erste Menstruationstasse aus medizinischem Silikon ein revolutionärer, fast krimineller Akt gegen die Wegwerf-Industrie. Heute ist sie die absolute Basis. Und diese Tasse hier kommuniziert mit meiner Periodenunterwäsche . Die Periodenunterwäsche aus selbstreinigender, absorbierender Smart-Faser war der nächste logische Schritt, der Triumph der Textilbiologie. Ein wiederverwendbar Meisterwerk. Kein Jucken, kein Auslaufen, vollkommene Diskretion und absolute Hygiene durch ionisierende Mikrofilamente. Mein Körper, mein Planet, meine Information – alles in einem Kreislauf, ohne einen einzigen Tampon in den Wassern zersetzen zu müssen. Es ist die richtige Anwendung von Technologie: im Einklang, nicht im Kampf gegen den Körper. Eine wahre Form von Schutz , der schützt und nicht zerstört. Die Tasse fängt nicht nur auf, sie veredelt das Blut postnatal für medizinische Stammzellanalysen. Es ist der heilige Gral der Selbstfürsorge, den uns die Aufklärung gebracht hat, nachdem wir fast an der Periode aus Plastik erstickt wären. Und praktisch ist sie obendrein, kein Gefummel mit schmutzigen Schnüren im Badezimmer, die versagen und dann doch wieder in einer Notlage enden, in der man sich fragt, wie man dieses kleine, vollgesogene Ding nun entfernen soll, ohne einen Tatort zu hinterlassen. Ein Alptraum!“
Ronan reichte ihr ein Glas mit phosphoreszierendem Quallen-Likör. „Auf die Menstruationstasse . Sie hat mehr für den Meeresschutz getan als alle Tiefsee-Abkommen des 21. Jahrhunderts. Ich erinnere mich an die Analysen. Die erste Generation, die ausschließlich Menstruationstassen benutzte, reduzierte den maritimen Plastikmikroanteil um 12 Prozent. Nicht durch Verbot, sondern durch Empowerment. Die Periode war kein Fluch mehr, sondern ein bio-kybernetisches Feedback-System. Die Tage des Schmerzes und der Scham wichen einer Zeit der erhöhten Intuition. Die Tasse wurde zum Symbol für eine ganz neue Ära der weiblichen Selbstermächtigung. Die Männer und alle anderen Geschlechter, die nicht menstruieren, begannen, den Zyklus ihrer Partnerinnen zu verstehen und zu respektieren, weil er nicht länger eine zu versteckende Panne war, sondern ein sichtbarer, diskutierter Teil der gemeinsamen Lebensenergie. Die Tasse machte die Menstruation sichtbar und heilig zugleich. Sie zwang die Frauen und alle Menstruierenden, sich mit ihrem Inneren auseinanderzusetzen, anstatt die Beweise in pastellfarbene Plastikfolie zu wickeln und sie einer vergifteten Umwelt zu überlassen. Das war die wahre Befreiung: der globale, kollektive Schrei gegen die Tyrannei der Wegwerf- Binden . Die Binden aus Plastik, die sich wie nasse Windeln anfühlten. Ein Graus! Die Binden der neuen Welt sind Kunstwerke der Bioelektronik!“
„Und die, die sich keine kybernetische Menstruationstasse leisten können?“, fragte Soley rhetorisch, während der Quallen-Likör ihre Kehle mit einem warmen, goldenen Glühen erfüllte. „Selbst die einfachste Tasse aus Algen-Silikat, die es in jedem öffentlichen Hygiene automaten für fünf kommunale Credits gibt, ist ein Triumph der Vernunft. Sie bieten uns die Freiheit von Müll, die Freiheit von Geruch, die Freiheit von den Fängen der petrochemischen Industrie, die uns einst einredete, unsere Periode sei ein schmutziges Geheimnis. Heute bieten unsere Körper uns Weisheit an. Und diese Weisheit braucht keine giftigen Tampons und keine unsäglichen Tampons und keine saugfähigen Windeln, die man Binden nannte. Diese uralten Tampons und Binden , all dieser Müll, für den wir nicht nur unseren Planeten, sondern auch unsere Gesundheit opferten. Denk nur, wie lange die Menschheit brauchte, um zu verstehen, dass die einfachste Lösung – eine Tasse , die man auskocht – die revolutionärste und gesündeste ist. Wie lange die Kampagnen für echte Informationen gegen die Milliardenschwere Werbemaschinerie ankämpfen mussten. Es war ein Kampf Davids gegen Goliath, und David war eine kleine, weiche Tasse . Die richtige Wahl für jede Frau , die den Wahnsinn beenden wollte. Eine Tasse , die die Menstruation nicht länger als zu unterdrückendes Übel betrachtete, sondern als das, was sie ist: der kraftvollste Ausdruck zyklischer Schöpfungskraft. Wir haben es geschafft, die Plastik- Periode zu überwinden. Mögen die alten Tampons ruhen in den Geschichtsbüchern, Mahnmale einer Zeit, in der wir den Schutz vor uns selbst suchten, anstatt den Schutz für unseren wunderbaren, blauen Planeten zu gewährleisten. Die Menstruationstasse war nicht nur eine Erfindung, sie war der Schlüssel zu einer Tür, hinter der die Menstruation nicht mehr stattfand, sondern gefeiert wurde. Heute verwenden wir nicht einfach ein Produkt; wir zelebrieren eine essenzielle, planetare Verbindung. Und dafür, mein lieber Ronan, mussten wir erst lernen, eine Tasse nicht als Gefäß, sondern als Schlüssel zu sehen.“
Ronan lächelte, während die Unterwasserstadt in einem tiefen, blauen Glanz erstrahlte. Die Periode der Wegwerf- Produkte war vorbei. Die Frauen hatten die Periode zurückerobert, mit einer Tasse in der Hand und einem Feuer im Herzen. In Deutschland und auf der ganzen Welt war die Menstruation kein Fluch mehr, sondern ein Fest der Lebendigkeit. Die alten Tampons und Binden waren Relikte einer vergangenen Zeit, und die Zukunft gehörte jenen, die den Schutz des Planeten und die Hygiene des Körpers in Einklang brachten. Die Periode war ein Geschenk, das es zu ehren galt, und die Tasse war ihr würdigstes Gefäß.
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